Warum Heidehonig etwas Besonderes ist – und warum seine Herstellung so aufwändig ist
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Heidehonig gehört zu den seltensten und aufwändigsten Honigen, die ein Imker gewinnen kann.
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Wer schon einmal ein Glas Heidehonig probiert hat, merkt sofort: Dieser Honig ist anders. Sein kräftiges Aroma, seine besondere Konsistenz und seine dunkle Farbe machen ihn zu einer echten Spezialität.
Doch hinter einem Glas Heidehonig steckt deutlich mehr Arbeit als bei vielen anderen Honigsorten.
Die Heide blüht spät im Bienenjahr
Die Besondere Tracht der Heide (Besenheide) beginnt meist erst Ende August bis Anfang September. Zu diesem Zeitpunkt neigt sich das Bienenjahr bereits dem Ende zu.
Das bedeutet:
- nur sehr starke und gesunde Bienenvölker können noch genügend Sammelbienen stellen.
- die Völker müssen den Sommer über besonders gut geführt worden sein.
- schlechteres Wetter kann die Ernte schnell komplett verhindern.
Für den Imker ist die Heideernte daher immer auch ein kleines Risiko.
Heidehonig hat eine besondere Konsistenz
Heidehonig gehört zu den sogenannten thixotropen Honigen. Das bedeutet:
Er ist von Natur aus gallertartig und sehr fest. Erst wenn man ihn bewegt oder rührt, wird er kurzzeitig flüssiger.
Diese besondere Struktur sorgt zwar für das typische Mundgefühl – macht die Ernte aber deutlich schwieriger.
Warum Heidehonig gepresst wird
Bei den meisten Honigsorten werden die Waben geschleudert. Dabei wird der Honig durch Zentrifugalkraft aus den Waben geschleudert.
Bei Heidehonig funktioniert das jedoch kaum, weil er zu fest in den Waben sitzt.
Deshalb wird er häufig gepresst:
- Die Waben werden ausgeschnitten.
- Sie werden zerkleinert.
- Anschließend wird der Honig mechanisch herausgepresst.
Dieses Verfahren ist deutlich arbeitsintensiver als das Schleudern.
Die Waben gehen dabei verloren
Ein weiterer Unterschied:
Beim Schleudern bleiben die Waben meist erhalten und können von den Bienen wiederverwendet werden.
Beim Pressen werden die Waben zerstört.
Der Imker muss daher später neue Mittelwände einsetzen, damit die Bienen wieder neue Waben bauen können.
Das bedeutet:
- mehr Materialkosten
- mehr Arbeit für die Bienen
- zusätzliche Arbeitsschritte für den Imker
Weniger Ertrag, mehr Aufwand
Zusammengefasst bedeutet die Heideernte:
- höheres Risiko durch späte Tracht
- nur starke Völker können sammeln
- deutlich mehr Handarbeit
- zerstörte Waben müssen ersetzt werden
- geringere Honigmengen pro Volk
Deshalb ist Heidehonig eine echte Spezialität und deutlich aufwändiger in der Herstellung als viele andere Honigsorten.
Ein Glas Heidehonig – ein Stück Heide
Wenn Sie ein Glas Heidehonig genießen, halten Sie also nicht nur Honig in der Hand – sondern auch ein Stück regionaler Natur und sehr viel imkerliche Handarbeit.
Und genau das macht diesen Honig so besonders.
Weitere Lesetipps aus unserem Blog
- Produktseite Heidehonig
- Artikel Wann blüht die Heide
- Artikel Wie viel Honig produziert ein Bienenvolk

